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Familie Julius Süskind

Alkenstiege 7

Julius Süskind, verheiratet mit Ennegje („Emilie“), geb. Jacobs, aus Werlte, betrieb – wie sein Bruder in Neuenhaus – bis 1939 in Nordhorn einen regen Altwarenhandel – vom Rohfell bis zu Industrieanlagen. Nach der Pogromnacht 1938 wurden die Kinder Siegfried und Rosetta Julie sofort nach Denekamp gebracht.

Die Eltern blieben noch kurze Zeit in Nordhorn, zogen dann zu dem Bruder nach Neuenhaus; von dort wurden sie am 28. Juli 1942 deportiert, Julius zunächst in die Heil- und Pflegeanstalt Bendorf-Sayn. Von Koblenz aus wurde das Ehepaar weiter deportiert in das Ghetto Izbica (bei Lublin/PL), wo beide am 28.1.1944 verstarben.

Von „Julchen“, so wurde sie gerufen, wissen wir (laut Bundesarchiv), dass sie im Lager Westerbork (NL) interniert war und von dort am 25.1.1944 nach Auschwitz transportiert wurde, wo sie mit Datum vom 28. Januar 1944 als verstorben gemeldet wurde.

Siegfried konnte sich in einer waghalsigen Aktion (er sprang während eines Transports vom fahrenden Lastwagen) retten, wurde in den Niederlanden von wohlmeinenden Bauern versteckt gehalten und konnte so die NS-Zeit überleben. Nach dem Krieg ist er kurzfristig nach Nordhorn zurückgekehrt, hat dann lange in Frankfurt gelebt – erschüttert an Leib und Seele fand er nie wieder in ein „normales“ Leben zurück.